RH / RG
Die Zeche zahlen geschiedenen Eltern und deren Kinder
Von familienfreundlicher Politik sind wir hier weit entfernt, denn geschiedene Ehepaare mit Kindern haben ein großes Problem.
Bei einer Trennung rutscht der Hauptverdiener und Ernährer in die teure Steuerklasse 1, damit geraten sie trotz geregeltem Einkommen in Finanzengpässe und Armut.
Was viel Betroffene nicht wissen ist, dass die Steuerklasse 1 direkt nach der Auflösung des gemeinsamen Haushaltes in Kraft tritt und nicht erst nach der Scheidung.
Dieses Nicht-Wissen hat dann Auswirkung auf den Fiskus, hier drohen dann hohe Nachzahlungen und so mancher Betroffene musste bereits einen Kredit aufnehmen.
Die Steuerklasse 1 hat bekanntlich direkte Auswirkungen auf den Lohn - hier bleibt dann für die Betroffenen unter dem Strich weniger Nettoeinkommen übrig.
Nach der Unterhaltszahlung an die Kinder, rutschen sie dadurch unter Umständen unter das Existenzminimum und müssen zusätzlich Hartz IV beantragen.
Würden sie in der Steuerklasse 3 verbleiben, bräuchten sie Hartz IV nicht und der höhere Nettoverdienst kämme den Kindern zu gute.
Die Besteuerung von Trennungseltern ist ein familienpolitisches Fiasko.
Der Einzige der hier profitiert ist der Staat, der es anscheinend billigend in Kauf nimmt, viele Menschen - insbesondere Kinder - in die Armut zu treiben und über den Fiskus den Betroffenen noch den letzen Euro aus der Tasche zu quetschen.
Hier sollte DIE LINKE einen Lösungsvorschlag der Experten übernehmen: Gleiche Regeln für alle Familien mit Kindern, egal ob mit oder ohne Trauschein - davon würden letztendlich auch Familien profitieren, die ohne Trauschein zusammenleben!