„Das habt ihr gut gemacht!" Dieses Lob erhielt Jury-Mitglied Klaus Hermandung (CDU) am Montag an seinem Arbeitsplatz im Amtsgericht Gelsenkirchen für das einstimmige Votum zum Neuen Hans-Sachs-Haus. Nicht nur deshalb sei er „sehr zufrieden" mit dem neuen Rathaus, sagte der Bürgermeister zur WAZ - und weiß sich darin mit den Jury- und Rats-Kollegen Dieter Gebhard (SPD) und Bernd Matzkowski (Grüne) einig.
Der Entwurf der gmp Generalplanungsgesellschaft sei in jeder Beziehung „äußerst positiv", so Matzkowski - sowohl aus architektonischer und städtebaulicher als auch aus energetischer und denkmalpflegerischer Sicht. Der Grüne und auch Dieter Gebhard räumen ein, dass sie in der ersten Runde des Wettbewerbs die am Ende zweitplatzierte Arbeit (Planfabrick SPS) ebenfalls auf der Rechnung hatten. Diese hätte sich aber bei der Überarbeitung aus ihrer Sicht zum Nachteil verändert - vor allem beim Ratssaal.
Erstaunlich findet Gebhard, dass der Siegerentwurf zwar sehr gefällig und aufwändig sei, nach den Berechnungen mit rund 50 bis 60 Mio. Euro aber günstiger zu realisieren als andere Beiträge. Besonders gelungen sei die Betonung des Hotelturms, so der Sozialdemokrat. Dieser könne sich zu einem kleinen Wahrzeichen entwickeln. Matzkowski hat auch schon eine Nutzungsidee: Die Geschosse 6 bis 10 könnten für Kunstinstallationen (Kinetik) genutzt werden. Die angedachten Trauzimmer würden aber nicht benötigt.
CDU, SPD und Grüne sind zuversichtlich, dass das neue Rathaus und vor allem das Forum von den Bürgern gut angenommen werde. Davon geht auch die Stadt aus: „Das Neue Hans-Sachs-Haus hat das Zeug zum Klassiker", hieß es.
Auf „Gedächtnislücken" weist dagegen DIE LINKE. hin: „Leider haben fast alle Parteien und die Stadt, die das Gebäude vor nicht allzu langer Zeit abreißen wollten, vergessen, dass es nur dank einer starken Bürgerinitiative noch steht", so Linke-Sprecher Ralf Herrmann unter Verweis auf die 10.000 Unterschriften des Bürgerbegehrens. loc