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DIE LINKE Gelsenkirchen unterstützt die Schüler*innenstreiks von Fridays For Future

Am 15. März gingen weltweit in mehr als 1.500 Städten, allein in Deutschland an fast 200 Orten, Schülerinnen und Schüler von Fridays For Future für unsere Klima-Zukunft auf die Straße. Auch in Gelsenkirchen gab es eine erste Demonstration der um die künftigen Lebensgrundlagen besorgten Kinder und Jugendlichen.

Alle Versuche der NRW-Landesregierung, diese mutigen jungen Menschen mit angedrohten Disziplinarmaßnahmen einzuschüchtern, müssen sofort aufhören.

Die Linke NRW unterstützt die schnell wachsende Klima-Bewegung um die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg und fordert alle Erwachsenen auf, sich mit ihnen zu solidarisieren und sich ebenfalls gegen die weitere Klimazerstörung zu engagieren. Alle vermeintlichen Gegenargumente scheinbar „vernünftiger“ Erwachsener gegen das angebliche „Schulschwänzen“ entlarven sich aufgrund der Dramatik der Klimasituation und angesichts tausender ohnehin wegen Lehrermangels ausfallender Unterrichtsstunden als bestenfalls kurzsichtige, schlimmstenfalls reaktionäre und dumme Gängelungsversuche. An vielen Orten beteiligen sich Jugendliche aus der Linksjugend ['solid] an den Streiks, engagieren sich ältere Mitglieder unserer Partei bei Parents For Future.

Die Linke NRW fordert, bis 2020 bundesweit die 20 ältesten Kraftwerke vom Netz zu nehmen und die Kohleverstromung bis 2030 ganz zu beenden. Die Linke NRW setzt sich für die vom Kohleausstieg betroffenen Beschäftigten genauso ein wie für die Menschen, die bereits heute unter den Folgen des Klimawandels leiden und auch für diejenigen, die für die Braunkohle aus ihren Dörfern vertrieben werden sollen. Wir fordern „Alle Dörfer bleiben“ und wir fordern „Hambi bleibt“.“ Angesichts des jüngst allein von VW angekündigten Abbaus von bis zu 23.000 Arbeitsplätzen ist das Argument, der Stopp des Braunkohleabbau koste 30.000 Arbeitsplätze, nicht mehr als ein lächerliches Ablenkungsmanöver der an weiterem Profit aus abgeschriebenen Kraftwerken interessierten Energiewirtschaft und ihrer politischen Hilfstruppen.

 

Weitere Informationen:

https://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/200-demonstranten-beim-fridays-for-future-in-gelsenkirchen-id216673627.html

https://www.dielinke-nrw.de/fileadmin/_processed_/6/c/csm_fforf_52eafebaef.png

http://natwiss.de/abruestung-fuer-klimaschutz/ 

Erklärung der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative „Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit“ zu Scientists for Future und Fridays for Future

Scientists for Future: Abrüstung für Klimaschutz – Frieden und Zukunftsfähigkeit gehören zusammen

Seit Wochen demonstrieren und streiken weltweit hunderttausende junger Menschen für ihre Zukunft, den Klimaschutz und den Erhaltunserer natürlichen Lebensgrundlagen. Dieses Anliegen der Initiative Fridays for Future unterstützen inzwischen mehr 14.000 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In der Stellungnahme von Scientists for Future erklären sie: „Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir dieErderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- undPflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrenund eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommendeGenerationen gewinnen.“

Die NaturwissenschaftlerInnen-Initiative „Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit“ schließt sich diesen berechtigten Forderungen an. Diese sind umso dringlicher, als die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten zunehmend mit der Frage von Krieg und Frieden verbunden ist. Die Zerstörung der Umwelt und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen unseres Planeten gefährden den Frieden und werden einem Sicherheitsrisiko, besonders für Menschen in verwundbaren und fragilen Risikozonen. So sieht auch die Scientists for Future-Erklärung die Gefahr, dass durch unzureichenden Schutz der Böden, Ozeane,Süßwasserressourcen und Artenvielfalt – bei gleichzeitigerErderwärmung als „Risikovervielfacher” – „Trinkwasser- und Nahrungsmittelknappheit in vielen Ländern soziale und militärische Konflikte auslösen oder verschärfen und zur Migration größererBevölkerungsgruppen beitragen.“ Bei Überschreiten klimatischer Kipp-Punkte des Erdsystems werden sich selbst verstärkende Prozesse in Gang gesetzt, mit weltweit katastrophalen Folgen. 

Solche Umweltrisiken verbinden sich auf komplexe Weise mit anderen Krisenerscheinungen, von Armut, Hunger und Flucht über Globalisierung und Technikabhängigkeit, Nationalismus und Rechtsentwicklung bis zu Gewaltkonflikten und neuer Aufrüstung. Diese Entwicklungen sind brandgefährlich und untergraben die Grundlagen für Frieden und nachhaltige Entwicklung. So wie Umweltzerstörung den Frieden gefährdet, so stehen Gewalt und Krieg einer nachhaltigen Entwicklung im Wege. Ein nuklearer Winter durch einen Atomkrieg wäre nicht nur das Ende der menschlichen Zivilisation, sondern auch eine Bedrohung für das Leben auf der Erde. 

Dem negativen Teufelskreis muss eine positive Verbindung von Nachhaltigkeit, Entwicklung und Frieden entgegengesetzt werden. Dazu braucht es präventive und kooperative Governance-Strukturen und Institutionen zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden, die Klimarisiken vermeiden und Krisenursachen angehen, durch Verteilungsgerechtigkeit, Transformation von der fossilen zu einer nachhaltigen und kohlenstoffarmen Energieversorgung sowie eine friedliche Konfliktlösung und Abrüstung. 

Um die notwendigen Veränderungen zu finanzieren und zu realisieren, muss der gefährliche und kostspielige Aufrüstungskurs beendet werden. Klimaschutz braucht Abrüstung!