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Internationaler Kindertag: Fakten über Kinderarmut in Gelsenkirchen

Zum Weltkindertag haben wir einige Fakten über Kinderarmut in Gelsenkirchen zusammengestellt. Es zeigt sich: Der Handlungsbedarf ist enorm. Es wird Zeit für eine gerechte Umverteilung von Vermögen in Deutschland zu sorgen, damit Gelsenkirchener Kinder die gleichen Chancen haben wie anderorts auch!

Anmerkung: Nachfolgende Angaben beziehen sich auf die Zeit vor Corona. Es ist zu stark davon auszugehen, dass die Pandemie für eine Verschlechterung für die Kinder gesorgt hat. Umso dringender wird es zu handeln. Wie erste Maßnahmen aussehen könnten, erfahren Sie im Statement weiter unten. Wir hätten noch viele weitere Punkte über Kinderarmut in unserer Stadt aufnehmen können. Doch wir denken, der vorhandene Ausschnitt bietet bereits einen ausreichenden Eindruck für die verherrende Situation.

 

Hier unsere Fakten zur Kinderarmut in Gelsenkirchen:

 

Armutsquote

Die Armutsquote für Kinder in GE ist mit 40,5% am höchsten in NRW. Damit sind zwei Fünftel der Minderjährigen von der Mindestsicherung betroffen Im Zeitraum von 2014 bis 2018 stieg sie um 4,5%: Ebenfalls trauriger Spitzenwert.

 

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung ist in Gelsenkirchen am niedrigsten (Frauen 81 Jahre und 1 Monat, Männer 75 Jahre und 9 Monate). 

Zum Vergleich: In Münster werden Frauen im Schnitt 84 Jahre alt und Männer 79 Jahre. 

Die niedrigste Lebenserwartung haben aus heutiger Sicht Kinder in Schalke-Nord mit 72 Jahren.

 

Arme Kinder, arme Eltern

Das Durchschnittseinkommen in Gelsenkirchen liegt NRW weit am niedrigsten mit 16.312€, die Schuldnerquote zählt mit 18% zu den höchsten in NRW.

 

Bildung

Kinder aus Schalke-Nord, der Altstadt und Ückendorf-Nord erfahren die geringste Bildungsbeteiligung. 

Insgesamt lahmen die Bildungschancen für Gelsenkirchener Kinder: Nur 29,3% schaffen von der Grundschule den Sprung zum Gymnasium, im NRW-Schnitt sind dies 41,6%. 

 

Umwelt und Armut

Kinder, die unter Armut leiden, sind besonders häufig schlechten Umweltbedingungen (z.B. Verkehrslärm oder Hitzeinseln) ausgesetzt. Dazu zählen die Stadtteile Schalke-Nord, Schalke-Ost, Altstadt und Bulmke Hüllen-West.  

 

Alleinerziehende

Alleinerziehenden fällt es immer schwerer Wohnungen für sich und ihre Kinder zu finanzieren: Von 2012 bis 2018 nahm die Erschwinglichkeit für Wohnraum für sie um 5,2% ab. 

 

Unsere Quellen:

Stadt Gelsenkirchen (Hrsg.) (2018): Gesellschaftliche Teilhabechancen von Gelsenkirchener Kindern – Entwicklung und Stand 2018. Grundlage für eine sozialräumliche Strategieentwicklung. www.gelsenkirchen.de/de/Familie/Netzwerke/Jedem_Kind_seine_Chance_/_doc/_2018_Gesellschaftliche_Teilhabechancen_von_Gelsenkirchener_Kindern.pdf 

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (Dezember 2020): Sozialbericht NRW 2020. Armuts- und Reichtumsbericht. http://www.sozialberichte.nrw.de/sozialberichterstattung_nrw/aktuelle_berichte/SB2020.pdf

 

Erklärung vom Landesverband

 

Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni erklärt Nina Eumann, Landessprecherin von DIE LINKE NRW: „Kinderarmut ist ein wachsendes Problem in Deutschland, auch in Nordrhein-Westfalen. In NRW sind laut Sozialbericht der Landesregierung Kinder und Jugendliche zu einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Einkommensarmut betroffen. Mehr als jede fünfte minderjährige Person lebte im Jahr 2019 in einem einkommensarmen Haushalt."

Eumann weiter: „Kinderarmut ist immer Einkommensarmut der Eltern. Deswegen brauchen wir Löhne, von denen Familien leben können! Deswegen brauchen wir eine gute soziale Infrastruktur, an der alle teilhaben können, nicht nur die mit den dicken Geldbeuteln! Deshalb ein Tipp von uns an Herrn Laschet, der ja gerne Kanzler werden will: Wir brauchen mehr Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Musikschulen, Schwimmbäder, Bibliotheken, nicht weniger! Wir brauchen einen gut ausgebauten ÖPNV, keine weiteren Streichungen!"

Gerade unter Pandemie-Bedingungen hat sich gezeigt, dass Elternhäuser mit unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen ungleich durch die Krise gekommen sind. Wir bleiben dabei: Der Bildungsweg eines Kindes darf nicht an den Kontostand der Eltern gebunden sein. Deshalb fordert DIE LINKE, gemeinsam mit Sozialverbänden, Gewerkschaften und anderen Akteuren eine eigenständige Kindergrundsicherung, die bei 630 Euro für die ärmsten Kinder beginnt und dann je nach Einkommenssituation auf mindestens 328 Euro abgeschmolzen wird.