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Nachruf zum Tode der großen Antifaschistin Esther Bejarano

Esther Bejarano, Auschwitz-Überlebende und lebenslange Mahnerin gegen den Antisemitismus, ist in der Nacht zum 10. Juli im hohen Alter von 96 Jahren gestorben. Sie sagte einst: "Ich werde solange singen, bis es keine Nazis mehr auf der Welt gibt." Bis zuletzt stand sie auf der Bühne, um dieses Ziel zu erreichen. Auch DIE LINKE Gelsenkirchen trauert um diese starke Antifaschistin, die Generationen mit ihrem Wirken im Kampf gegen den Faschismus inspirierte.

Anlässlich ihres Gedenkens haben wir im Folgenden einige Stimmen gesammelt.

"Esther Bejarano spielte im Mädchenorchester von Auschwitz, überlebte die Shoah, ging nach Israel, kehrte nach Deutschland zurück und sang noch mit über 90 Jahren gegen Rassismus. Jetzt hat das Herz der Künstlerin aufgehört zu schlagen. Ich verneige mich vor einer großartigen Frau."  Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Bundestag

Neues Deutschland schreibt: "Esther Bejarano ist am Wochenende verstorben. Sie war und bleibt eine Ikone des deutschen Antifaschismus. Im Holocaust verlor sie ihre Eltern und zahlreiche weitere Familienangehörigen. Nach der Befreiung 1945 kehrte sie dem Land der Täter zunächst den Rücken, kehrte aber nach Deutschland zurück, um das Land ihrer Ahnen nicht alten und neuen Nazis zu überlassen. Mehr als ein halbes Jahrhundert war sie als beredte Zeitzeugin und unbeirrbare Streiterin gegen Faschismus, Militarismus und Neonazismus, für Frieden, Humanität und Solidarität unterwegs."

Die VVN-BdA schreibt: "Nun ist die unermüdliche Zeitzeugin gegen Vergessen des historischen und Verharmlosen des aktuellen Faschismus, Mahnerin und Kämpferin für Menschenrechte, Frieden und eine solidarische Gesellschaft von uns gegangen. Sie wird uns fehlen, vielen von uns auch als verlässliche Freundin. Wir denken an sie in Dankbarkeit, Trauer und Liebe.
Nehmen wir ihre letzte öffentliche Botschaft als Vermächtnis und arbeiten wir weiter daran, dass der 8. Mai endlich auch in Deutschland ein Feiertag wird, so wie sie es in ihrer Rede am 3. Mai noch einmal vorgetragen hat: >Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschla­gung des NS-Regimes. Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.<"

Die Tagesschau meldete: "Bejarano engagierte sich Jahrzehnte lang gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, wofür sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Zusammen mit ihrem Sohn Joram und ihrer Tochter Edna sang sie jüdische und antifaschistische Lieder, zuletzt tourten sie mit der Kölner Hip-Hop-Band Microphone Mafia durch Deutschland. In einem tagesschau.de-Interview beklagte Bejarano im vergangenen Jahr, die Zahl der Nazis in Deutschland nehme wieder zu. Sie verwies unter anderem auf die Parteien AfD und NPD. >Die wollen keine Demokratie<, sagte Bejarano. >Ich weiß nicht, was werden soll, wenn es noch mehr werden, die so eine menschenverachtende Ideologie haben. Ich weiß nur, was ich gesehen habe. Und ich weiß, was dann kommen wird.<"