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Statement: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Zum 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, grüßen wir alle Frauen, die sich gegen männliche Gewalt engagieren und sagen denen, die davon betroffen sind: Wir sind an eurer Seite und werden alles in unserer Kraft stehende tun, diese haltlosen Zustände zu beseitigen.

Wir Frauen leben in einer Zeit, in der wir nicht nur viele Krisen zu bewältigen haben, sondern auch unsere gesellschaftliche Existenz bedroht ist. Dahinter steht ein Kampf: der Kampf gegen die Frauen. Patriarchale Gewalt ist nicht nur latent vorhanden, sondern wird immer häufiger offen ausgetragen. Täglich werden unzählige Frauen von Männern bedroht. Sie werden Opfer sexueller Belästigung, Vergewaltigung und anderer Gewalt. Die Wurzel des Übels ist die Geisteshaltung, die Frau als Besitz zu beanspruchen und die eigene Energie aus ausbeuterischer, patriarchaler Haltung zu ziehen. Diese Haltung hat sich zunehmend systematisiert. Indem sie der Frau die Aufgabe zuschreiben, den Männern zu dienen, versuchen diese, die Freiräume der Frauen für sich einzunehmen.  

 

Gewaltzunahme durch Corona

Parallel dazu zerstört auch die neoliberale Politik die Freiräume – nicht nur – der Frauen. Anlaufstellen für Frauen werden abgebaut, Frauenhäuser werden von den Kommunen geschlossen, weil sie keinen Profit erwirtschaften und damit dem Kapital nicht dienen. Zudem werden Frauen rechtliche Wege erschwert, für sich Schutz zu suchen. Diese Politik hat viele Frauen das Leben gekostet. Allein in den Monaten April und Mai sind während des Lockdowns 60 Frauen durch ihren Ehemann, Ex-Ehemann oder Freund worden (wo?), unzählige Frauen wurden körperlich und seelisch bedroht und sind zu Schaden gekommen. Diese Taten kennen keine kulturellen Unterschiede. Egal, ob deutsche, nord-, süd- westeuropäische, türkische, kurdische, arabische, afghanische oder Frauen anderer Länder, alle sind betroffen. Und wie auch schon vorher konnten die Frauenhäuser viele Frauen nicht aufnehmen, da die Kapazitäten nicht ausreichten. Ein tragischer Ausgang der Pandemie, der die Frauen gezwungen hat, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, innerhalb derer sie nicht einmal bzw. erst recht nicht sicher sind.

 

Ins Handeln kommen

Wir müssen und wollen dem entgegenwirken. Als Gesellschaft müssen wir sensibler sein und unsere Sinne und Reflexe noch mehr schärfen, um diese Gräueltaten an Frauen zu verhindern. Denn eine freie Gesellschaft kann nur existieren, wenn den Frauen die Gleichstellung, Gleichberechtigung und Anerkennung zuteilwird, auf die sie ein Anrecht haben, kurz: wenn sie als aktiver und selbstverständlicher Teil der Gesellschaft gesehen werden.  

Seit Jahren kämpfen wir für die Frauenrechte und hoffen, dass wir diesen Kampf gemeinsam gewinnen, um eine freie, von Geschlechterrollen befreite und demokratische Gesellschaft aufzubauen – die für die Zukunft der kommenden Generationen eine Perspektive bietet und nicht mehr nach Geschlecht, Ethnie und Kultur fragt.