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CSD Gelsenkirchen im Schatten von Angriffen auf Teilnehmende

Unter dem Motto „Unite in Diversity“ warben zahlreiche Teilnehmende am vergangenen Samstag beim Christopher Street Day in der Gelsenkirchener City für eine vielfältige und tolerante Stadtgesellschaft. Dass dieses Ziel noch nicht erreicht ist, zeigten queerfeindliche Übergriffe auf zwei Teilnehmende der Kundgebung. „Der CSD Gelsenkirchen zählte in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Teilnehmende wie im letzten Jahr. Das macht mich als Mit-Organisator natürlich stolz. Es ist ein starkes Signal dafür, dass egal welche sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität ein Mensch besitzt, ein Leben ohne Anfeindungen und in freier Entfaltung möglich sein muss“, sagte Jonas Selter, stellvertretender Sprecher der LINKEN Gelsenkirchen und Mitglied im Orga-Team des CSDs.

Allerdings berichteten zwei Teilnehmende der Veranstaltung im Nachgang über Beleidigungen, Spuckattacken und Androhung körperlicher Gewalt. Trotz mehrerer Anrufe bei der Polizei schritt diese nicht ein. Zu den Betroffenen zählen die Grünen-Europaabgeordnete Terry Reintke und der Bezirksverordnete Niklas Witzel. „Wir sind bestürzt über die Angriffe auf unsere Kollegen*innen. Es ist umso wichtiger, dass sie diese unsäglichen Erlebnisse öffentlich machen und einen Diskurs über die Sicherheit queerer Menschen in unserer Stadt anregen. Es ist ein besorgniserregendes Signal von Seiten der Polizei, Betroffenen in einer solchen Notsituation keine schnelle Hilfe leisten zu können. Wir erklären unsere volle Solidarität mit Terry Reintke und Niklas Witzel. So etwas darf sich nicht wiederholen“, erklärte Selter.  

Zuvor mahnte Sven Hermes, Geschäftsführer der Linksfraktion im Stadtrat, in seiner Rede beim CSD zu mehr Engagement: „Auch in Gelsenkirchen muss es mehr Safespaces geben; queere Menschen dürfen nirgendwo mehr beleidigt und angegriffen werden. Gelsenkirchen ist eine Stadt mit einer unfassbar langen Geschichte von Diversität, vom Zusammenwachsen und vom gemeinsamen Leben in Toleranz und Vielfalt und in die Fußstapfen dieser Geschichte treten auch wir mit dem Christopher Street Day.“ 

Der Christopher Street Day fand bereits zum zweiten Mal in Gelsenkirchen statt. In diesem Jahr gastierte er nach einer Parade über die Bahnhofsstraße im Pop-Up-Biergarten auf dem Heinrich-König-Platz. Neben Redebeiträgen der beteiligten Organisationen gab es ein musikalisches Bühnenprogramm. Dabei sorgten insbesondere Draquequeen-Künstler*innen für Unterhaltung. 

Der CSD wurde gemeinsam von Vertreter*innen aus LINKEN, Grünen, SPD, FDP, Falken, DGB, Bund der katholischen Jugend, Together, Schwuler Stammtisch GE und der Stadt Gelsenkirchen veranstaltet und organisiert. Am Donnerstag, dem 19. August, findet ab 18 Uhr im Wohnzimmer GE im Rahmen des CSDs eine Talkrunde mit den Kandidierenden für den Bundestag statt. Auch unsere Direktkandidatin, Ayten Kaplan, wird sich dort den Fragen des Publikums stellen.