NOlympia – Warum wir die Olympiabewerbung ablehnen

Die Linke KV Gelsenkirchen, F.L.

Der Rat der Stadt Gelsenkirchen stimmt in seiner Sitzung am 11. Dezember über die Beschlussvorlage 25-30/00133 ab. Mit dieser Satzung sollen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit der Ratsbürgerentscheid zur Olympia-Bewerbung am 19. April 2026 stattfinden kann.

Die Staatskanzlei und die 17 beteiligten Kommunen der Rhein-Ruhr-Schiene haben sich zuvor darauf verständigt, die Abstimmung parallel durchzuführen und eine reine Briefabstimmung vorzusehen.

Die Linke Gelsenkirchen lehnt die Beschlussvorlage und damit die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele in der Region Rhein-Ruhr ab.

Hohe Belastungen für kommunale Haushalte

Stadtverordnete Bettina Angela Peipe betont die finanziellen Risiken:

„Für die Olympia-Austragung müssten NRW-weit erhebliche Investitionen getätigt werden. Die neuen Anlagen erfordern ein erhebliches Finanzvolumen, das dann nicht mehr für dringend benötigte Investitionen in den Bereichen Wohnen, Kita oder Schule in den Kommunen zur Verfügung stünde. Die linke möchte stattdessen lieber den Breitensport fördern. Wir wollen mehr Bolzplätze in den Stadtteilen, mehr und besser ausgestattete Turn- und Schwimmhallen und Fußballplätze für die Vereine und Schulen, anstatt das Geld in teure Prestigeprojekte wie Olympia zu versenken.“

Vor diesem Hintergrund weist Die Linke darauf hin, dass der Haushalt in Gelsenkirchen bereits jetzt keine Spielräume für riskante Großvorhaben bietet. Olympia würde umfangreiche Investitionen nach sich ziehen, die dauerhaft die kommunale Finanzierung belasten würden. Zusätzliche Steuereinnahmen oder Gewerbesteuereffekte seien nicht zu erwarten.

Erfahrungen aus der EM 2024

Für die Bewertung verweist Die Linke auf die Europameisterschaft 2024. Das Turnier wurde in Politik und Medien als Chance dargestellt; für Gelsenkirchen blieben jedoch vor allem Kosten zurück.

Kreissprecher Felix Langer erklärt:

„Die EM 2024 hat gezeigt, dass die real entstehenden Kosten regelmäßig höher sind als die versprochenen Impulse. Für Gelsenkirchen blieb am Ende kein finanzieller Vorteil. Im Gegenteil: Die Kosten, auf denen die Stadt sitzen geblieben ist, betragen rund 13,5 Millionen Euro. Wir können es uns nicht leisten, solche Mittel erneut in ein Prestigeprojekt zu stecken, während es in der Stadt an allen Ecken und Enden fehlt. Die Erfahrungen müssen Konsequenzen haben.“

Zweifel am Nutzen des Ratsbürgerentscheids

Die Linke sieht zudem die Gefahr, dass ein Ratsbürgerentscheid ohne ausgewogene Information der Bevölkerung zu einer Verzerrung der öffentlichen Debatte führt. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass bei vergleichbaren Verfahren kritische Stimmen häufig unterrepräsentiert sind. Entscheidungen können nur dann demokratisch getroffen werden, wenn die Menschen umfassend und fair informiert werden.

Prioritäten für Gelsenkirchen

Statt Olympia fordert Die Linke Investitionen in soziale Infrastruktur, Mobilität, Bildung, Klimaschutz und echte Entlastungen für die Menschen in einer Stadt, die seit Jahren mit hoher Armut, niedrigem Durchschnittseinkommen und strukturellen Herausforderungen kämpft.

„Unsere Aufgabe ist es, Gelsenkirchen sozialer, gerechter und lebenswerter zu machen. Olympia hilft dabei nicht“, so Peipe.