Schändung von Sinti-Gräbern auf dem Hauptfriedhof
Immer wieder werden auf dem Gelsenkirchener Hauptfriedhof Gräber von Sinti-Familien geschändet. Diese Taten sind nicht nur pietätlose Edelmetalldiebstähle – sie sind auch Ausdruck eines gezielten Antiziganismus, also des rassistischen Hasses auf Sinti und Roma.
Die Linke Gelsenkirchen verurteilt diese Übergriffe aufs Schärfste. Wir stehen solidarisch an der Seite aller Betroffenen. Unsere Solidarität gilt allen Menschen in Gelsenkirchen – insbesondere jenen, die von Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass betroffen sind. Marginalisierte Gruppen brauchen unseren besonderen Schutz und unsere aktive Unterstützung – im Leben wie im Tod.
Zudem fordern wir endlich mehr Einsatz von städtischer Seite: Trotz zahlreicher Anzeigen zeigt die Polizei bislang wenig Bereitschaft, den konkreten Sachverhalten nachzugehen oder die Grabstätten dauerhaft zu schützen. Das ist für uns inakzeptabel. Ohne medizinisches, verwaltungstechnisches oder persönliches Engagement der Behörden bleiben die Täter*innen nahezu unbehelligt – zum Leid der Familien, deren Trauerort so immer wieder verletzt wird.
Auch die Stadt Gelsenkirchen als Friedhofsträger bleibt untätig – ganz im Gegenteil. Betroffene berichten von neuen Auflagen und enormen bürokratischen Hürden bei der Neuanlage von Gräbern. Dabei wachse der Verdacht, dass gerade Angehörige bestimmter Volksgruppen durch diese Praxis systematisch benachteiligt und der Zugang erheblich erschwert werde.
Wir fordern deshalb:
- konsequente Aufklärung der Grabfriedensstörungen
- dauerhaft wirksamen Schutz der Grabstätten
- diskriminierungsfreie und faire Maßnahmen bei allen verwaltungsmäßigen Prozessen rund um Friedhöfe
Faschismus beginnt dort, wo Menschen verächtlich gemacht und strukturell ausgeschlossen werden. Wir sagen: Kein Platz für Antiziganismus und andere Formen des Rassismus – nicht in Gelsenkirchen und nirgendwo sonst.
Hinweis zur Richtigstellung:
Nach einem Gespräch mit dem städtischen Friedhofsbetreiber Gelsendienste stellen wir klar: Die in unserem Text geäußerte Kritik an möglichen Benachteiligungen bei der Neuanlage von Gräbern wird von Gelsendienste entschieden zurückgewiesen. Laut eigener Aussage behandelt Gelsendienste alle Menschen auf den Gelsenkirchener Friedhöfen gleich – unabhängig von Religion, Herkunft oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe.

