Statement zur Absage der Installation „Hallender Hass“ beim Festival „Goldstücke“

Die Linke KV Gelsenkirchen, Felix Langer

„Die Absage der Installation Hallender Hass ist ein klarer Akt der Zensur. Wenn die Stadt Gelsenkirchen kritische Kunst unterdrückt und das mit angeblicher Neutralität begründet, ist das ein durchsichtiges Feigenblatt. Eine Neutralitätspflicht mag für die Stadtverwaltung und ihre offiziellen Mitteilungen gelten. Für Kunstausstellungen und einzelne Werke darf sie nicht gelten, sonst sprechen wir von staatstragender Auftragskunst.

Die Aufgabe der Kunst ist es, zu provozieren, Missstände sichtbar zu machen und unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Das muss einer Stadtverwaltung nicht gefallen. Aber sie muss es tolerieren. Mit der nachträglichen Absage setzt sie sich zu Recht dem Vorwurf der Zensur aus.

Auch der Hinweis auf eine angebliche parteipolitische Ausrichtung trägt nicht. Die Installation nimmt zwar Zitate der AfD auf, doch entscheidend sind nicht die Urheber, sondern die Inhalte. Diese stehen beispielhaft für rassistische und demokratiefeindliche Tendenzen, die längst über Parteigrenzen hinaus in der Gesellschaft präsent sind. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Kunst solche Entwicklungen offen thematisiert.

Die Stadt hätte die Chance gehabt, ein Zeichen für Kunstfreiheit und gegen rechte Hetze zu setzen. Stattdessen betreibt sie vorauseilenden Gehorsam. Das ist Zensur aus Angst vor einem Shitstorm von rechts. Ein solches Handeln ist einer Arbeiterstadt wie Gelsenkirchen mit ihrer langen Tradition des Kampfes gegen Rassismus und Rechtsradikalismus nicht würdig.

Wir erklären unsere volle Solidarität mit Melisa Kujević. Wir fordern die Stadt auf, ihre Entscheidung zurücknehmen und sich bei der Künstlerin entschuldigen.“