„Kolonialismus ist nicht vorbei – er hat nur den Namen gewechselt“
Filmvorführung und Diskussion: Lumumba von Raoul Peck
Kolonialismus gestern – Machtpolitik heute
Was hat der Mord an einem afrikanischen Premierminister im Jahr 1961 mit Trump, den USA, Venezuela oder Grönland zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick denkt.
Die Partei Die Linke Gelsenkirchen und die VVN lädt ein zur öffentlichen Filmvorführung des Spielfilms Lumumba (2000) von Raoul Peck. Der Film erzählt die Geschichte von Patrice Lumumba, dem ersten demokratisch gewählten Premierminister des Kongo, der kurz nach der Unabhängigkeit des Landes gestürzt und ermordet wurde – mit direkter Beteiligung westlicher Mächte.
Lumumba ist kein klassisches Historienkino. Der Film zeigt, wie koloniale Herrschaft nicht einfach endet, sondern sich in neuen Formen fortsetzt: durch wirtschaftliche Abhängigkeiten, politische Einflussnahme, militärische Interventionen und den Zugriff auf Rohstoffe. Die Geschichte des Kongo steht exemplarisch für ein globales System, in dem Selbstbestimmung immer wieder den Interessen mächtiger Staaten und Konzerne geopfert wird.
Kolonialismus ist kein Kapitel der Vergangenheit
In einer Einführung ordnen wir den Film historisch ein:
- Die belgische Kolonialherrschaft und ihre Folgen
- Lumumbas politische Vision von Souveränität und sozialer Gerechtigkeit
- Die Rolle der USA und Europas im Kalten Krieg
Im Anschluss diskutieren wir, warum diese Geschichte heute wieder erschreckend aktuell ist.
Von Lumumba zu Trump, Venezuela und Grönland
Ob Drohungen gegen souveräne Staaten, wirtschaftlicher Druck, Regimewechsel-Politik oder offene Begehrlichkeiten auf Rohstoffe – die Logik der Macht ist geblieben. Wenn US-Präsidenten über den Zugriff auf venezolanisches Öl sprechen oder Grönland zur strategischen Ressource erklärt wird, dann zeigt sich: Koloniales Denken lebt weiter, auch wenn es heute anders verpackt ist.
Der Film wirft damit zentrale Fragen auf:
- Wer entscheidet über Ressourcen?
- Wem gehört Reichtum – und wer zahlt den Preis?
- Wie souverän sind Staaten heute in einer globalisierten Welt?
Diskussion ausdrücklich erwünscht
Nach der Vorführung laden wir zu einer offenen Diskussion ein:
über Kolonialismus heute, globale Ungleichheit, internationale Machtpolitik – und über Alternativen zu einer Weltordnung, in der das Recht des Stärkeren noch immer gilt.
Datum: 6. Februar 2026
Zeit: 19:00 Uhr
Eintritt: frei
Veranstalter: VVN-BdA Gelsenkirchen
Einführung & Diskussion im Anschluss
Veranstaltungsort: Werner Goldschmidt Salon
Wildenbruchstr. 15-17
45888 Gelsenkirchen
Telefon: 0209 3610444
vorstand@dielinke-gelsenkirchen.de
